Geschichte

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Adeliger Grundbesitz in Westpreußen 1700-1800

Grundbücher des 18.Jahrhunderts

Als Westpreußen im Jahre 1774 zu Preußen kam, mußte es das Anliegen des Königs - hier Friedrich des Großen (regierte 1740-1786) - sein, möglichst bald klare Verwaltungsstrukturen nach preußischem bewährtem Muster in der neuen Provinz, die früher auch Polnisch-Preußen genannt wurde, einzuführen.

Zu diesem Zwecke wurden erstmals in dieser Form in den Jahren 1774 bis1790 Vasallenlisten und Grund- sowie Hypothekenbücher der adeligen Güter in Westpreußen angelegt. Sie umfaßten die sechs Kreise Marienburg, Stargard, Konitz, Dirschau, Kulm und Michelau und waren für den künftigen Wirtschaftsverkehr die fundementale schriftliche Grundlage.

Somit ergeben sich für viele Familien, deren Namen im Folgenden genannt sind, kleine Genealogien und familienkundliche Auskünfte. Die Hypothekenbücher stehen mit den Vasallenlisten zwar nicht in unmittelbarem Zusammenhang, aber gewähren einen hervorragenden Einblick in die Besitzerfolge bestimmter Güter der oben genannten sechs westpreußischen Kreise, die aus den ehemaligen polnischen Wojewodschaften Marienburg, Pommerellen und Kulm gebildet worden waren (und damit nicht ganz Westpreußen umfaßten!). Besitzfolgen ab 1700:

Prondzonna, Kreis Konitz, Westpreußen [Besitzer: v.Gostomski, v.Baka-Gostomski, Dyrks, v.Aubracht-Pradzynski, v.Aubracht-Lipinski, v.Gliszynski, v.Trzebiatowski, v.Pradzynski, v.Zabinski, v.Pupka-Lipinski, v.Kiedrowski, v.Piwnicki, v.Suchy-Lipinski, Milkowski, v.Pazatka-Lipinski]

 

Gutsbezirk Skarpi

1476 Skarpa, 1500 Skarp oder Skarpe, jetzt Skarpi (Böschung) liegt am Zahner Fließ und an der von Zempelburg nach Pantau führenden Chaussee.

Da das Gut Skarpi bis tief ins 18. Jahrhundert hinein als Nebengut mal zu Groß Loßburg, mal zu Zahn oder Komierowo gehörte, hat es zeitweise mit diesen Gütern die gleiche Geschichte.

Um 1785 besaß Skarpi der Gutsbesitzer Schmeckel. Dieser verkaufte es 1797 an einen Pawlowski vom Wappen Lilia. Dieses Geschlecht hatte in polnischen Zeiten tüchtige Männer aufzuweisen.

Um 1800 besaß Skarpi, dessen Wert damals auf 26 525 Taler geschätzt wurde, Herr von Heiden und 1822 der Ritterschaftsrat Raphael von Prondzinski. Die Prondzinski gehören zum Wappen Grznmala.

Raphael von Prondzinski starb, 78 Jahre alt, am 27.10.1862. Er hatte mehrere Kinder.

Sein Bruder Aloisius von Prondzinski, Rittergutsbesitzer auf Waldau; zunächst übernahm dieser Skarpi, bald darauf der Domherr Julius von Prondzinski und am 13 7.1870 Joseph Raphael von Prondzinski.

Danach erwarb die Ansiedlungskommission für Westpreußen und Posen das Gut, um es mit deutschen Kolonisten zu besiedeln.

 

Gemeindebezirk Salesch

Zaliesie, Zalieszie, Zalesie, Salesch = hinter dem Wald, liegt im nördlichen Teil des Kreises, nahe der Komionka.

Auf der Salescher Feldmark sind wiederholt Steinkistengräber aufgedeckt. 1908 wurden dem Westpreußischen Provinzial-Museum von hier 8 mehr oder minder vollständig erhaltene Urnen, Bruchstücke einer Gesichtsurne und eine eiserne Schwanenhalsnadel übergeben.

Im 16. Jahrhundert gehörte das ehemalige Gut Salesch der Familie Radzicki vom Wappen Nalencz. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts besaß es dies Heidenstein-Sulerzncki. Die Heidenstein stammen vom Rhein; sie erhielten 1585 das polnische Heimatrecht. Zwischen Radzicki und Heidenstein scheinen die Kosowski Salesch besessen zu haben. 1653 war Johann von Heidenstein Besitzer von Salesch, nach 1772 von Puttkammer, von Zielinski vom Wappen Roza, um 1800 Generalmajor von Besser, dann von Prondzhnski, 1839 von Laszewski, 1852 Reinhold Göldner, 1856 Karl Wegner auf Loßburg, dann Ernst Billnow. 1908 ging Gut Salesch in den Besitz der Königlichen Ansiedlungskommission über. Die Ackerfläche wurde in 31 Stellen von verschiedener Größe zur Ansiedlung ausgelegt.

Salesch war ehemals katholisches Kirchdorf, abhängig von Groß Klonia. Die Kirche war Johannes dem Täufer geweiht. Die Kirche war sehr arm.

1653 war in Salesch kein Bauer. Zuvor waren es 6 Bauernstellen. 1653 wohnten hier nur ein Gastwirt und 2 freie Leute.

1744 waren in Salesch nur 3 kath. Und sonst nur evangelische Leute.

 



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